Muttergebundene K├Ąlberaufzucht

Definition
Herausforderungen
Unser System
Vor-und Nachteile

Allgemeines

Muttergebundene K├Ąlberaufzucht ist ein Begriff, der sich in der Milchwirtschaft etabliert hat. Im Gegensatz zur Mutterkuhhaltung, wo Kuh und Kalb ausschlie├člich zusammenleben und nur zur Fleischproduktion dienen, wird bei der muttergebundenen – oder auf manchen Betrieben auch ammengebundenen Aufzucht – die Kuh trotzdem gemolken und dient der Milchgewinnung.

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Um Milch zu produzieren brauchen wir K├╝he.

Seit Jahrtausenden liefern sie den Menschen nicht nur Fleisch als Lebensmittel, sondern auch ihre wertvolle Milch. Das Sch├Âne daran ist, dass sie f├╝r dieses Lebensmittel nicht erst sterben m├╝ssen, sondern bei der richtigen F├╝tterung und Haltung bis an ihr Lebensende einen Nutzen f├╝r uns Menschen haben und damit eine Daseinsberechtigung. Leider hat die Industrialisierung und der Wachstumswahnsinn dazu gef├╝hrt, dass der Mensch den Bezug zur Nat├╝rlichkeit verloren hat und der Landwirt durch Preisverfall und Kostendruck, den er nicht an den n├Ąchsten weitergeben kann, dazu gezwungen wird, unnat├╝rliche Zust├Ąnde einzuf├╝hren und irgendwann zur Normalit├Ąt zu erkl├Ąren.
Im Grunde ist die moderne Kuh von heute ein Hochleistungssportler und so wird sie auch behandelt. In einem modernen Stall, der auf Leistung setzt, fehlt es den K├╝hen an nichts. Sie werden 24 Stunden am Tag umsorgt, bekommen bis zum letzten Gramm durchkalkulierte Mahlzeiten, ihre Gesundheit wird mit Argusaugen ├╝berwacht, es gib Wellness und den besten Schlafkomfort, den sich eine Kuh nur w├╝nschen kann. Sie lebt in einem goldenen Schloss, damit sie ihre ganze Energie in ihre Leistung stecken kann. Sich daneben noch um Kinder k├╝mmern zu m├╝ssen, w├Ąre eine Doppelbelastung, die unweigerlich zu Leistungsverlust im Job f├╝hren w├╝rde. Jede Berufsfrau mit Familie wei├č, wovon ich spreche. Seine Freizeit drau├čen in der Natur zu verbringen ist nicht nur gef├Ąhrlich, es verbrennt Energie, die dann f├╝r den Job nicht mehr zur Verf├╝gung stehtÔÇŽ
Das was dabei verloren geht, ist die Nat├╝rlichkeit. Und unser Anliegen ist genau dagegen anzusteuern: Zur├╝ck zur Natur, auch im Leben unserer Hochleistungsk├╝he. Nat├╝rlich ist dann die Spitzenleistung nicht mehr m├Âglich. Aber es bringt Lebensfreude zur├╝ck. Und Lebensfreude schafft Energie und Energie macht aktiv und Aktivit├Ąt h├Ąlt fit und gesund! Und eine Kuh, die lange lebt, ist wiederum wirtschaftlich.

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Um Milch zu geben m├╝ssen K├╝he erst ein Kalb bekommen.

Das ist von der Natur so vorgegeben. Auch der Rhythmus einer Laktation, also die Zeitspanne, in der eine Kuh ihr Kalb ohne den Eingriff des Menschen s├Ąugen w├╝rde, ist von der Natur bestimmt und trotz regelm├Ą├čigem Melken versiegt die Milch nach neun bis zw├Âlf Monaten wieder. Manch eine schafft es l├Ąnger, aber im Durchschnitt ist es diese nat├╝rliche Zeitspanne, die uns erlaubt Milch von der Kuh zu bekommen, ehe sie wieder ein Kalb zur Welt bringen muss, um neu ihre volle Leistung zu entfalten. Das f├╝hrt dazu, dass Milchk├╝he jedes Jahr ein Kalb bekommen. Um den Verlust durch das Saufen der K├Ąlber gering zu halten und aus arbeitstechnischen, aber vor allem wirtschaftlichen Gr├╝nden, ist man dazu ├╝bergegangen, die K├Ąlber direkt nach der Geburt von der Mutter zu trennen und gesondert aufzuziehen. Die direkte Trennung hat den Vorteil, dass Kuh und Kalb in den meisten F├Ąllen noch keine Bindung aufgebaut haben und unter dieser Trennung nicht offensichtlich leiden. Das ist in jedem Fall besser, als das Kalb einige Tage bei der Mutter zu lassen (beispielsweise in den ersten f├╝nf Tagen, in denen die Milch der Kuh sowieso nicht verkauft werden darf) und es erst dann zu trennen. Dann ist der Schmerz unertr├Ąglich. Nichts desto trotz ist es kein nat├╝rlicher Vorgang. Und noch schlimmer, als die Trennung an sich, ist f├╝r uns das Verfrachten in Einzeliglus, wo jedes Kalb f├╝r sich die ersten zwei Wochen verbringt. Hygienisch und f├╝r die Kontrolle der Milchmenge, die es trinkt, hat es sicherlich seine Vorteile, aber es wird dem Herden- und Sozialtier Rind in seinem nat├╝rlichen Verhalten nicht gerecht.

Definition

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Es gibt ca 80 Betriebe in Deutschlang, die ihre K├Ąlber an der Kuh gro├čziehen.

Dabei gibt es aber f├╝r die Bezeichnung muttergebundene – oder alternativ ammengebundene – Aufzucht keine einheitliche Definition. Die Auslegung und Umsetzung ist nicht gesetzlich oder rechtlich vorgegeben oder gesch├╝tzt.
Gemeinsam haben sie, dass die K├Ąlber, die auf dem Betrieb gro├čgezogen werden, an einer Kuh ges├Ąugt werden und nicht im Einzeliglu per Nuckeleimer. Wie dies dann umgesetzt wird und wie viele der auf einem Betrieb geborenen K├Ąlber tats├Ąchlich in den Genuss kommen, kann von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sein.
Die Herausforderung ist sicherlich bei allen die Gradwanderung zwischen Tierwohl und Wirtschaftlichkeit, zwischen Gesundheit und Arbeitsaufwand. Und ganz sicher spielt auch die zugrundeliegende Motivation eine Rolle: Idealismus, Tierliebe, den Anforderungen der Gesellschaft gerecht werden, der finanzielle Ansporn (wenn man f├╝r diese Milch eine h├Âhere Wertsch├Âpfung erzielen kann) oder reiner Pragmatismus. Ich kann nur jedem raten: schaut euch auch diese Betriebe immer ganz genau an! Muttergebundene Aufzucht ist nicht gleich Muttergebundene Aufzucht. Der Begriff an sich sagt noch nicht wirklich viel dar├╝ber aus, was tats├Ąchlich dahintersteckt.
Unabh├Ąngig von der Anzahl der K├Ąlber, die auf einem Betrieb tats├Ąchlich verbleiben d├╝rfen (alle, nur die weiblichen oder nur die geeignete Nachzucht f├╝r die Herde, oder nach vier Wochen sind auf einmal alle weg?) gibt es auch in der Durchf├╝hrung sehr unterschiedliche Varianten.
Es gibt Betriebe, die die K├Ąlber komplett ├╝ber die drei Monate oder auch l├Ąnger im Herdenverband belassen und dann irgendwann ad hoc absetzen. Der Trennungsschmerz ist dann eine ernst zu nehmende Herausforderung.
Es gibt zeitlich begrenzte Phasen vor oder nach dem Melken, in denen Kuh und Kalb zusammenkommen und dann wieder getrennt werden. Es gibt Ammenkuhhaltung, wo nicht die eigene Mutter, sondern eine Amme mehrere K├Ąlber gro├čzieht.
Und schlussendlich gibt es Kombinationen aus all diesen Verfahren.

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Unsere Definition

Wichtig ist f├╝r uns die Frage: geht es vorrangig um das Kalb oder geht es dabei um die Kuh?
Unsere Motivation ist es, unseren Milchk├╝hen f├╝r ihren Job etwas zur├╝ckzugeben und nicht nur den K├Ąlbern zu erm├Âglichen an einem Euter zu saufen. Wir machen es nicht, um dem Verbraucher Tierwohl vorzuspielen oder weil uns jemand daf├╝r einen besseren Milchpreis bezahlt.

Deshalb bedeutet f├╝r uns muttergebundene K├Ąlberaufzucht, dass alle unsere K├╝he ihr eigenes Kalb gro├čziehen d├╝rfen; und zwar ├╝ber die gesamte Tr├Ąnkephase. Keine Rotation nach vier Wochen, keine Kompromisse mit Ammen (au├čer eine Kuh nimmt ihr Kalb nicht an) und soweit wir es bewerkstelligen k├Ânnen und Unterst├╝tzung durch die Patenschaften bekommen, auch f├╝r jede Kuh (egal ob sie ein Top-Kalb zur Welt bringt oder eher ein weniger vielversprechendes, ein Fr├╝hchen oder gar krankes Kalb, die sich wirtschaftlich nicht wirklich rechnen).

Daf├╝r haben wir ein System entwickelt, mit dem wir mittlerweile recht zufrieden sind. Oder besser gesagt, es hat sich ├╝ber den Zeitraum von etwa einem Jahr, durch die auftauchenden Probleme und die dazu gefundenen L├Âsungen etabliert.

Die Herausforderungen

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Es gibt verschiedene Herausforderungen bei der muttergebundenen Aufzucht, f├╝r die jeder Betrieb seine eigenen L├Âsungen finden muss. Deshalb w├Ąre eine gestzliche Regelung f├╝r diese Aufzucht eher von Nachteil, da jeder Betrieb andere Voraussetzungen mitbringt und gesetzliche Vorgaben oft von Theoretikern und weniger von Praktikern aufgestellt werden.

Welche Herausforderungen gilt es zu meistern?

Zum einen ist da nat├╝rlich der eigene Anspruch an das System. Wie unter ÔÇ×DefinitionÔÇť beschrieben, f├Ąllt darunter die Frage: wof├╝r und f├╝r wen betreiben wir den Aufwand und wieviel Aufwand ist es uns wert?
Da f├╝r uns klar war, dass wir es jeder Kuh erm├Âglichen wollen -und zwar ├╝ber den gesamten Zeitraum bis zum endg├╝ltigen Entw├Âhnen des Kalbes von der Milch- mussten wir folgende Herausforderungen meistern:

1. Stress von Kuh und Kalb
2. Tiergesundheit von Kuh und Kalb
3. Arbeitsaufwand
4. Melken
5. Absetzten
6. Wirtschaftlichkeit, d. h. genug Milch f├╝r den Verkauf

Zu 1: Stress

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Nat├╝rlich hat eine Kuh einen gewissen Stresspegel, wenn sie f├╝r ihr Kalb selber verantwortlich ist. Das Wissen, dass es ihrem Kalb gut geht, dass es sicher aufgehoben ist und ausreichend Nahrung bekommt, ist f├╝r die Mutter von ├Ąu├čerster Wichtigkeit, um sich entspannen zu k├Ânnen. Man mag es nicht glauben, aber jede Kuh wei├č ganz genau, ob ihr Kalb satt ist, ob es gesund ist und ob es sicher ist. Ist dies nicht der Fall, wird sie nerv├Âs, verweigert das Verlassen des Stalls zum Melken, oder gibt im Melkstand ihre Milch nicht her. Sie kommt im Stall nicht zur Ruhe und frisst und widerk├Ąut dann nicht mehr genug, was sich sehr schnell negativ auf ihre Milchproduktion auswirkt und einen negativen Teufelskreis in Gang setzt.

 

Zu 2: Gesundheit

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Tiergesundheit ist ein wichtiges Thema. Es ist leider keine Selbstverst├Ąndlichkeit, dass jedes Kalb innerhalb weniger Stunden seine erste und sehr wichtige Mahlzeit eingenommen hat (Kolostrum/ Biestmilch). Da ist genaue Beobachtung gefragt und zur Not eine Versorgung mit dem Nuckeleimer in den ersten Tagen notwendig, bis das Kalb begriffen hat, dass das Euter der Mutter die immer erreichbare Milchbar enth├Ąlt.

Leben die K├Ąlber von Anfang an in einer gr├Â├čeren Gruppe, ist der Keim- und Krankheitsdruck so wie die Ansteckungsgefahr gr├Â├čer, als in einem abgeschotteten Einzeliglu. Gleichzeitig haben sie aber durch diese Haltung ein deutlich besseres Immunsystem. Sie k├Ânnen im besten Fall mehrfach am Tag kleine Mengen der perfekt auf sie abgestimmten Muttermilch in der richtigen Temperatur aufnehmen. Au├čerdem sind manche M├╝tter ├Ąu├čerst penibel, wenn es darum geht, ihr Kalb sauber zu halten. Auch das regelm├Ą├čige Misten ist wichtig.
Die Gesundheit der K├╝he spielt auch eine Rolle, denn sobald negativer Stress aufkommt, leidet die Eutergesundheit. Sei es, weil die K├Ąlber nicht genug Milch abbekommen und dann ziemlich brutal mit den Zitzen umgehen, oder tats├Ąchlich eine Euterentz├╝ndung durch falsches Melken entsteht.

Zu 3: Arbeitsaufwand

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Der Arbeitsaufwand darf die Kapazit├Ąten der zust├Ąndigen Personen nicht ├╝berschreiten. Bei uns ist das meistens eine Person alleine, die die Stallarbeit schaffen muss. Im Grunde ist der Aufwand aber, wenn man es vern├╝nftig organisiert hat, nicht gr├Â├čer als bei der konventionellen Iglu-Haltung. Denn die Zeit, die man f├╝r Beobachtung, K├Ąlber zu den K├╝hen lassen und wieder trennen investiert, spart man mit dem Verzicht auf Milch vorbereiten, aufheizen, in Nuckeleimer verteilen und hinterher wieder sp├╝len, leicht ein. Der Beobachtung der Entwicklung der K├Ąlber muss aber ein weit gr├Â├čerer Wert beigemessen werden, da man keinen eindeutigen Parameter f├╝r die tats├Ąchlich aufgenommene Milch eines Kalbes pro Tag hat. Da ergibt dann nur der Gesamtzustand des Kalbes Aufschluss und muss konsequent im Auge behalten werden.

Zu 4: Melken

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Das Melken ist sicher eine der gr├Â├čten Herausforderungen, denn wie schon unter dem Punkt Stress beschrieben, wollen die K├╝he ihr Kalb satt wissen. Das hei├čt, sie entwickeln teilweise wirklich erstaunliche Strategien, ihre Milch zur├╝ck zu halten, und geben sie problemlos her, wenn es sich um ├ťberschuss handelt. Gleichzeitig ist es absolut sch├Ądlich ein leeres Euter zu melken, selbst wenn man meint noch ein paar Tropfen herausholen zu k├Ânnen. Euterentz├╝ndungen sind dann vorprogrammiert. Als Melker ist man sehr stark gefordert jeden Tag aufs Neue ganz genau die Euter zu kontrollieren und richtig einzusch├Ątzen, um zu verhindern Milchmenge zu verlieren und um Blindmelken zu vermeiden.

Zu 5: Absetzen

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Die Herausforderung schlecht hin. Leider. Denn auch wenn viele der Meinung sind, dass die direkte Trennung nach der Geburt f├╝r die Kuh das Schlimmste sei in Bezug auf den Trennungsschmerz: nein ist es nicht. Es wird eigentlich immer schlimmer, je l├Ąnger sie zusammen sein d├╝rfen. Und der ├╝bliche Zeitpunkt des Absetzens mit 3 Monaten ist eigentlich einer der ung├╝nstigsten Zeitpunkte ├╝berhaupt, da das Kalb in diesem Alter gerade das Maximum an Milchmenge aufnimmt, wenn es freien Zugang hat. Auch ist der Sozialkontakt zwar in diesem Alter mittlerweile nicht mehr ausschlie├člich auf die Mutter fixiert, dennoch ist die Bindung extrem eng auch ├╝ber das Bed├╝rfnis der Ern├Ąhrung hinaus.

 

Zu 6: Wirtschaftlichkeit
Dagegen steht leider der wirtschaftliche Faktor, den ein Betrieb, der vom Milchverkauf abh├Ąngig ist, nicht ignorieren kann. Das hei├čt, es muss noch so viel Milch zum Verkauf ├╝brigbleiben, dass sich das Konzept finanziell tr├Ągt. Bei den g├Ąngigen Marktpreisen ein fast nicht zu bewerkstelligendes Unterfangen, weshalb die meisten Betriebe, die diese Aufzucht praktizieren, irgendwann in eine eigene Vermarktung einsteigen oder aufgeben.

Unser System

Im Mai 2016 haben wir mit der muttergebundenen Aufzucht begonnen. Mittlerweile haben wir bereits zwei Jahrg├Ąnge aus dieser Aufzucht, die bereits selbst wieder K├Ąlber bekommen haben.

Um allen Herausforderungen gerecht zu werden und den bestm├Âglichen Kompromiss zu finden, hat sich bei uns ein schrittweises System entwickelt, das mit einer gemeinsamen Zeit von 24 Stunden in den ersten Wochen beginnt und mit der heiligen halben Stunde morgens nach dem Melken bis zu einem Alter von sechs bis hin zu neun Monaten (je nach Entwicklung und Herdenvertr├Ąglichkeit) vor dem endg├╝ltigen Entw├Âhnen endet.

Im Folgenden stellen wir das System in seinen einzelnen Abschnitten ausf├╝hrlich vor.

Die Geburt

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Bevor eine Kuh ihr n├Ąchstes Kalb bekommt, hat sie ca acht Wochen Mutterschutzurlaub. In dieser Zeit wird sie nicht mehr gemolken und kann sich ganz und gar auf sich und das werdende Kalb in ihrem Bauch konzentrieren. In der Landwirtschaft werden diese K├╝he Trockensteher genannt und bei uns verbringen sie diese Zeit im Sommer auf unserer Teichweide. Sie liegt direkt am Hof und bietet alle Voraussetzungen, die man sich von einem Vorbereitungs- und Kreissaal nur w├╝nschen kann: Der Teich mit eigener Quelle unter den B├Ąumen hat ein nat├╝rliches Tr├Ąnkebecken und wird im restlichen Bereich von unseren K├╝hen als Kneipkurort genutzt.

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Au├čerdem gibt es eine Mergelkuhle, die rundherum von B├Ąumen bewachsen ist und so einen nat├╝rlichen Schutz gegen Wind und Sonne bietet. Dorthin ziehen sich die meisten K├╝he zum Abkalben zur├╝ck. Besonders in den letzten beiden hei├čen Sommern, war diese Weide mit Wald der beste Abkalbestall, denn nirgendwo sonst ist es auch bei ├╝ber 30 Grad noch angenehm k├╝hl.

Nach der Geburt lassen wir Mutter und Kind noch solange auf der Weide, bis das Kalb selbstst├Ąndig steht und seine ersten Mahlzeiten eingenommen hat. Dadurch baut sich die erste feste Bindung auf.

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Wenn Kuh und Kalb fit genug sind, holen wir sie dann meistens zu Fu├č auf den Hof. Das Kalb folgt dabei der Mutter oder umgekehrt. Haben wir es mit einem eher schwachen Kalb zu tun, hilft auch schon mal die Schubkarre oder die Radladerschaufel f├╝r den K├Ąlbchentransport aus. Ist die Bindung erst aufgebaut, folgt die Mutter ihrem Kind ├╝berallhin. Da wir dabei eine Stra├če ├╝berqueren m├╝ssen, haben wir keinen direkten Zugang zum Stall und es ist doch jedesmal ein kleines Abenteuer besonders dann, wenn junge Rinder das erste Mal gekalbt haben und den Ablauf noch nicht kennen. Aber ihr Vertrauen in uns und ihr Mutterinstinkt erstaunen uns dabei jedesmal aufs Neue.

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Da bei uns das ganze Jahr ├╝ber K├╝he kalben, haben wir auch im Winter Geburten. Wie auch im Sommer, bekommen die K├╝he Mutterschutzurlaub. Diesmal aber in einem gro├čz├╝gigen Strohstall mit Auslauf und Drau├čenfuttertisch. Dort bleiben sie bis sie gekalbt haben. Dadurch, dass wir die Gruppen nicht zu gro├č werden lassen und auf ein friedliches Miteinander der Tiere achten, gibt es keine Probleme damit, dass die K├╝he in der Gruppe geb├Ąren. Im Gegenteil, der Schutz der Herde und die F├╝rsorge der Kameradinnen wird eher dankend angenommen, als st├Ârend empfunden. Ausnahmen best├Ątigen aber wie immer die Regel. Da greifen wir dann ein in dem wir diese K├╝he separat unterbringen.

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Das Sozialverhalten der Herde zu beobachten ist sowieso ein sehr spannendes und interessantes Thema! Ganz besonders, wenn ein Kalb geboren wird, ist es jedesmal ein aufregendes Ereignis, an dem alle interessiert sind. Kuh und Kalb werden regelrecht vom Rest der Gruppe besch├╝tzt, solange die Kuh selbst mit der Geburt besch├Ąftigt ist. War die Geburt schwer und die Kuh ist danach erstmal ersch├Âpft oder mit sich selbst besch├Ąftigt und nicht in der Lage sich sofort um ihr Neugeborenes zu k├╝mmern, dann ├╝bernehmen das immer ein oder zwei andere K├╝he im Stall.

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Auch f├╝r die Nachbarskinder ist eine Geburt immer ein spannendes Ereignis. Im Stall neben den Trockenstehern sind unsere Absetzer untergebracht, also die K├Ąlber oder eher schon jungen Rinder, die dann doch irgendwann endg├╝ltig von der Mutter abgesetzt wurden. Ihre j├╝ngeren Geschwister und Halbgeschwister werden jedesmal liebevoll begr├╝├čt und auch umsorgt. Es passiert nicht selten, dass ein Neugeborenes sich in den Nachbarstall zu den ├älteren durch die Abtrennung verirrt und dann zwischen den Brummern liegt. Dabei ist noch nie etwas passiert. Die Gro├čen sind ├Ąu├čerst r├╝cksichtsvoll mit den Kleinen.

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Meistens kalben unsere K├╝he alleine. Wir legen viel Wert darauf, dass alle Vorg├Ąnge so nat├╝rlich wie m├Âglich ablaufen. Trotzdem kommt es auch mal vor, dass wir helfen m├╝ssen. Unser Deckbulle Natus ist ein Kandidat, der bei all seinen hervorragenden Attributen, leider recht gro├če K├Âpfe bei den Bullenk├Ąlbern vererbt und da kann es schon vorkommen, dass in Kombination mit der ein oder anderen Kuh, unser Eingreifen notwendig wird. Mittlerweile wissen wir, welche K├╝he mit ihm klarkommen und welche damit ├╝berfordert sind, so dass wir steuern k├Ânnen, ob Natus oder unser kleinerer Bulle Erwin f├╝r Nachwuchs sorgen darf, der sich ÔÇÜLeichtkalbigkeitÔÇś als vererbbares Gut definitiv auf die Fahne schreiben kann.

Die ersten drei Wochen

muttergebundeneAufzucht

Sind Kuh und Kalb nach der Geburt fit genug, ziehen sie zusammen in unser Mutter-Kind-Haus um. Dort gibt es einen Bereich f├╝r die Allerkleinsten in dem drei bis vier K├╝he mit ihren K├Ąlbern Platz und Ruhe haben. Dort bleiben sie die ersten drei bis vier Wochen Tag und Nacht zusammen. Nur morgens und abends zur Melkzeit, holen wir die M├╝tter in den Melkstand, um sie zu melken. In diesen ersten Wochen haben sie deutlich mehr Milch, als das Kalb ben├Âtigt. Das Kalb trinkt anfangs etwa vier bis sechs Liter und steigert dann seinen Bedarf, bis es mit vier Wochen schon gut 10 Liter am Tag trinkt. Wir merken es daran, dass das Euter der Mutter besonders abends nicht mehr allzu viel Milch hergibt.

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In den ersten Wochen sind Mutter und Kind fast unzertrennlich und stark aufeinander fixiert. Jede l├Ąngere Trennung bringt die Kuh in gro├če Aufregung und verunsichert das Kalb. Am Anfang und bei einigen K├╝hen auch jedesmal aufs Neue, ist der erste Gang in den Melkstand schon mit einiger ├ťberredungskunst verbunden. Aber sie begreifen sehr schnell, dass es immer wieder zum Kalb zur├╝ck geht. Die K├Ąlber interessieren sich in den ersten Wochen zwar schon f├╝r ihre Halbgeschwister und nutzen die sturmfreie Bude w├Ąhrend der Arbeitszeit der M├╝tter auch schon im Alter von ein paar Tagen f├╝r die ersten Toberunden, aber die Mutter steht an erster Stelle und sobald sie zur├╝ck ist, wird erstmal Trost getrunken und N├Ąhe getankt.

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Sucht ein Kalb nach dem Melken nicht seine Mutter auf, ist es f├╝r uns schon ein erstes Anzeichen, dass es nicht ganz fit sein k├Ânnte. In diesen ersten Wochen beobachten wir die K├Ąlber ganz genau. Trinken sie regelm├Ą├čig, sind die K├Âpfe und Ohren oben, reagieren sie, wenn wir in den Stall kommen, nehmen sie gleichm├Ą├čig zu? Manch eins f├╝ttern wir auch mit dem Nuckeleimer zu, bis es ganz sicher bei der Mutter das Trinken begriffen hat. Sobald Weidegang m├Âglich ist, d├╝rfen auch die Kleinsten mit ihren M├╝ttern mit nach drau├čen. Oft dauert es ein paar Tage, bis sie sich trauen hinaus zu gehen und die ├ťberredungsk├╝nste ihrer M├╝tter sind wirklich herrlich mit anzusehen. Umso stolzer sind sie, wenn ihr Kalb dann endlich mitl├Ąuft.

Im Alter von drei bis zw├Âlf Wochen

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Mit etwa drei bis vier Wochen sind die K├Ąlber keine Neugeborenen mehr. Sie fangen an, sich mit den Gleichaltrigen zusammen zu tun und schlie├čen sich den Kindergartengruppen an. Man f├Ąngt an, zu den ÔÇ×Gro├čenÔÇť geh├Âren zu wollen. Sie wirken nun schon stabil und auf die Mutter kann dann etwas l├Ąnger verzichtet werden. Das ist der Zeitpunkt, an dem wir sie mit der Mutter zusammen in die Gruppe der 4-12 Wochen alten K├Ąlber integrieren. Sie saufen nun schon gut 10 Liter Milch am Tag und steigern ihren Bedarf noch auf 15 Liter in den n├Ąchsten 8 Wochen. In dieser Gruppe wird nun auch nicht mehr im Elternbett geschlafen, sondern der n├Ąchtliche Umzug ins Kinderzimmer steht an.

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Abends vor dem Melken trennen wir nun die K├Ąlber ins angrenzende Kinderzimmer. Dort verbringen sie gemeinsam die Nacht, haben Wasser und Heu zur Verf├╝gung und k├Ânnen die M├╝tter nebenan sehen und auch durch das Tor ber├╝hren. Den K├Ąlbern macht diese Trennung in dem Alter von Anfang an nichts aus. Sie f├╝hlen sich zwischen ihren Geschwistern sicher und brauchen keine Nachtmahlzeiten mehr. Die K├╝he rufen in der ersten getrennten Nacht manchmal nach ihrem Kalb, wenn das Euter voll ist, und dann lassen wir es auch noch mal um elf oder zw├Âlf Uhr f├╝r den Rest der Nacht dabei. In der n├Ąchsten Nacht ist dann aber in den allermeisten F├Ąllen schon Ruhe. K├╝he gew├Âhnen sich unglaublich schnell an einen neuen Rhythmus, wenn er nicht zu h├Ąufig wechselt.

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Am Morgen melken wir die K├╝he. Danach ├Âffnen wir dann das Tor zum Kinderzimmer. Mit einem K├Ąlberschlupf k├Ânnen die K├Ąlber es den ganzen Tag ├╝ber aufsuchen, was sie auch immer wieder tun. Die K├Ąlber holen sich die verbleibende Milch ihrer M├╝tter und Tanten ab und toben dann durch den Stall, w├Ąhrend die M├╝tter ihr Getreideschrot bekommen. Danach kehrt Ruhe ein. K├╝he und K├Ąlber wissen, dass sie nun den ganzen Tag zusammen verbringen, dadurch sind sie entspannt und zufrieden. Die Zeit reicht aus, damit die K├Ąlber satt werden und der Sozialkontakt nicht zu kurz kommt.

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Im Sommer geht es dann f├╝r alle zusammen nach dem Melken auf die Weide. W├Ąhrend sich die J├╝ngeren noch stark an ihrer Mutter orientieren, sind die ├älteren meistens in Gruppen unterwegs. Es wird gerannt, gespielt, alles unter die Lupe genommen und sich nach Herzenslust ausgetobt. Die Bewegungsfreude schon der kleinsten K├Ąlber ist unschlagbar. Da hat manch eine ├╝berbesorgte Mutter schon ihre liebe M├╝h hinterher zu kommen.

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Irgendwann ├╝bernimmt es dann meistens eine Kuh, den Kindergarten im Auge zu behalten, w├Ąhrend sich die anderen K├╝he dem Fressen widmen. Auch Mittagsruhe wird oft von den K├Ąlbern in gesonderten Gruppen abgehalten, bei der sich dann eine Kuh zur Aufsicht dazu stellt. Es gibt auch Schichtwechsel zu beobachten, dann geht die „Nanny“ in den Stall zur├╝ck und eine andere ├╝bernimmt ihren Job.

Ab dem 3. Monat bis zum Absetzen

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Im Alter von ca zw├Âlf Wochen ziehen die K├Ąlber mit ihrer Mutter vom Mutter-Kind-Haus in unseren alten Kuhstall und damit in unsere Hauptherde um. Dort reduzieren wir ├╝ber mehrere Tage schrittweise die gemeinsame Zeit mit der Mutter, bis sie nur noch morgens nach dem Melken eine halbe Stunde zu ihr d├╝rfen. Es braucht auch nicht mehr Zeit: sie suchen ihre Mutter auf, holen sich die letzten Tropfen Milch, kuscheln ein wenig und dann sind die Geschwister und das Drumherum sowieso schon wieder wichtiger. So manches mal, wenn wir mit der Zeit unkonsequent sind, sammeln wir sie auf dem Futtertisch oder gar dem Hof wieder ein… F├╝r den Rest des Tages ist dann auch Ruhe, da ruft keiner nach dem anderen. Aber wehe wir machen morgens nicht schnell genug das Tor auf! Da wird Radau gemacht, bis es endlich soweit ist.

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Die ÔÇÜheilige halbe StundeÔÇś, wie wir sie nennen.

Und die behalten wir noch mindestens bis zum 6. Lebensmonat bei, teilweise sogar noch l├Ąnger. Erst wenn die Bullen anfangen sich mehr f├╝r das weibliche Geschlecht zu interessieren als f├╝r ihre Milch und meinen sich sogar schon mit unseren Deckbullen anlegen zu k├Ânnen, ist der Tag gekommen, wo es endg├╝ltig Abschied nehmen hei├čt. Dann setzten wir aber immer in Gruppen von 4-6 K├Ąlbern auf einmal ab, damit die Gruppenzusammengeh├Ârigkeit ├╝ber die Trennung der Mutter hinwegtr├Âstet.

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Die ÔÇÜheilige halbe StundeÔÇś hat f├╝r uns auch einen wirtschaftlichen Vorteil: die K├╝he geben weiter konstant Milch. Sie produzieren f├╝r diese halbe Stunde mit ihrem Kind weiterhin Milch, obwohl ihr Kalb davon vielleicht noch einen halben Liter nach dem Melken abbekommt. Und die K├Ąlber nehmen weiterhin sehr gut zu, denn auch wenn sie nun haupts├Ąchlich von Raufutter und Getreideschrot leben und nicht mehr von der Milch, so bekommen sie selbst in dieser halben Stunde noch N├Ąhrstoffe. Und vor allem erleiden sie keinen Entwicklungsstopp durch den Stress einer Trennung zum ├╝blichen Zeitpunkt mit drei Monaten, an dem sie im Grunde gerade die h├Âchste Milchmenge zu sich nehmen w├╝rden. Als Milchviehbetrieb, der vom Verkauf der Milch sein ├ťberleben sichert, k├Ânnen wir ihnen jedoch nicht die volle Milchmenge zugestehen. Der f├╝r uns gefundene Kompromiss zwischen komplett nach drei Monaten absetzten -wie ├╝blich- und komplett dabei lassen -wie in der freien Natur- ist f├╝r uns und unsere K├╝he ein gangbarer Weg.

Das Absetzen

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Nach dem endg├╝ltigen Absetzen verbleiben die Jungrinder und Bullen noch auf unserem Hof, bis sie sich an die neuen Verh├Ąltnisse gew├Âhnt haben. Dann geht es im Sommer mit allen zusammen auf die Weide und im Winter auf unseren Pachtbetrieb, wo sie in Gruppen von zehn Tieren nach Geschlecht getrennt in Strohst├Ąllen untergebracht sind, bis die n├Ąchste Weidesaison beginnt.

Vor und Nachteile der muttergebundenen Aufzucht

Ich betone immer wieder: Muttergebundene K├Ąlberaufzucht ist viel mehr als nur eine nat├╝rliche Milchbar. Die Besonderheit ist nicht alleine, dass die K├Ąlber keinen Nuckeleimer bekommen, es ist der Sozialkontakt zwischen Mutter und Kind im Herdenverband. Deshalb ist f├╝r uns jede andere Art der K├Ąlberaufzucht und sei es an einer Amme, ein unnat├╝rlicher Kompromiss. Ebenso sind bei einer zu kurz bemessenen gemeinsamen Zeit in den ersten Wochen und Monaten, die positiven Auswirkungen nicht m├Âglich.

Vorteile

Urvertrauen

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Man merkt eigentlich erst, was ein Iglukalb nicht hat, wenn man es anders erlebt. Es fehlt ihm n├Ąmlich nicht offensichtlich etwas. Aber das Urvertrauen ist sicherlich der wichtigste und sch├Ânste Aspekt der gemeinsamen Aufzucht. Es kommt aber nur dann voll zur Entfaltung, wenn ein Kalb tats├Ąchlich im Schutz seiner leiblichen Mutter gro├č werden darf. Keine Amme, kein Herdenverband allein kann es erhalten. Wir merken es am Unterschied zwischen Waisenkindern und den K├Ąlbern, die wirklich bis zum Absetzen an der Seite ihrer Mutter sind. Es ist der Schutz und die Sicherheit, die einem Kind nur die Liebe und F├╝rsorge einer Mutter geben kann.┬á Sie machen keine Negativerfahrung (dass sie auf sich allein gestellt sein k├Ânnten oder dass ihnen irgendetwas passieren k├Ânnte, wenn sie sich tiefenentspannt in eine Ecke legen, um zu schlafen). Und in dieser Sicherheit entwickelt sich ein Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, dass nur eine gute Kinderstube hervorbringen kann!

Sozialkompetenz

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Durch das Aufwachsen im Herdenverband lernen die K├Ąlber von Anfang an die Strukturen und Hierachien einer Herde kennen. Nat├╝rlich lernen auch Igluk├Ąlber sp├Ąter, wenn sie in Gruppen und noch sp├Ąter in eine Milchviehherde integriert werden, die Regeln kennen, aber sie tun sich deutlich schwerer und m├╝ssen es oft auf die „harte“ Tour lernen. Unsere K├Ąlber saugen das korrekte, respektvolle Verhalten gegen├╝ber den ├älteren schon mit der Muttermilch auf. Sp├Ąter, wenn sie als Milchkuh in die Herde zur├╝ckkehren, sind sie deutlich umg├Ąnglicher, aber auch selbstbewusster, als wir es von fr├╝her her kennen. Sie haben in ihrem Leben alles schon kennengelernt, was sie als Milchkuh kennen m├╝ssen.

Vorbildfunktion

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Die K├Ąlber lernen von den K├╝hen in dem sie ihnen alles nachmachen. Schon im Alter von ein paar Tagen, gehen sie mit ans Futter oder probieren im Sommer auf der Weide das Gras aus. Auch das Interesse am Getreideschrot, auf das ihre M├╝tter so n├Ąrrisch sind, wird getestet. Das Ganze jedoch ohne Druck und Lockmittel, wie es bei der Igluhaltung forciert wird, um die Pansenentwicklung voran zu treiben. Im Alter von sechs bis acht Wochen steigt das Interesse an Kraftfutter auf nat├╝rliche Art und Weise und wenn wir dann die Milch reduzieren, k├Ânnen wir problemlos den Energiebedarf durch ihre Vorliebe f├╝r Getreide kompensieren.

Umgang

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Durch das n├Ąchtliche Trennen und den Stallwechsel im Alter von drei Monaten, lernen sie von Anfang an sich von uns Menschen t├Ąglich treiben zu lassen. Sie lernen unterschiedliche Untergr├╝nde kennen, durch Tore zu gehen und Stufen zu ├╝berwinden. Das ist keine Selbstverst├Ąndlichkeit! Viele K├╝he verlassen freiwillig ihren Stall nicht, wenn sie es in jungen Jahren nicht gelernt haben und neue Umgebungen sind dann ein riesiges Problem. Unsere Rinder gehen problemlos durch jede unbekannte T├╝r in jeden unbekannten Stall, der Melkstand ist kein Drama und selbst auf den Viehwagen mit steiler Rampe stiegen sie ein und aus. Sie kennen und vertrauen uns, dadurch k├Ânnen wir ihnen bis zum Ende ein Leben ohne Stress und Angst erm├Âglichen.

Entwicklung

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Die K├Ąlber entwickeln sich durch die regelm├Ą├čigen kleinen Milchmengen, mit immer der richtigen Temperatur und Zusammensetzung f├╝r genau das Kalb deutlich besser als K├Ąlber, die mit Milchpulver oder auch Vollmilch der gesamten Herde aufgezogen und meistens nur zweimal am Tag gef├╝ttert werden. Au├čerdem wirkt sich die Bewegungsfreiheit positiv auf Knochen und Sehnen aus. Beides zusammen f├╝hrt mit der durch Nachahmung fr├╝hzeitigen Aufnahme von Grundfutter zu einem starken Immunsystem und guten Zunahmen.

Nachteile

Der gr├Â├čte und eigentlich auch einzige Nachteil ist der wirtschaftliche Faktor. Ganz besonders in unserem Fall, da wir alle K├Ąlber an der Mutter gro├čziehen. Das sind pro Kalb ca 1500-1700 Liter Milch, die nicht verkauft werden k├Ânnen. Auf 70-80 K├╝he gerechnet, ist das schon eine erhebliche Menge, die im Umsatz fehlt.┬á Nur der Verkauf in Direktvermarktung von Fleisch und Milch kann diese Kosten kompensieren, da bisher keine Molkerei und keine Fleischerei den notwendigen Preis zu zahlen bereit ist.

Alle anderen Nachteile, die durch das Konzept entstehen k├Ânnen, sind Herausforderungen, die bereits in dem dazu geh├Ârigen Abschnitt erl├Ąutert wurden und mit l├Âsungsorientiertem Management in den Griff zu bekommen sind.

Definition
Herausforderungen
Unser System
Vor-und Nachteile
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